Surferin beim Surfen <a href="https://www.magnific.com/free-photo/woman-surfing-mentawai-islands-sumatra-indonesia_12305441.htm">Image by wirestock on Magnific</a>

Frauen im Surfsport: Aufbruch und neue Perspektiven

Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Morgen an der Algarve, als ich um kurz nach sechs am Strand stand und zusah, wie eine Frau alleine in die Wellen paddelte – ruhig, konzentriert, vollkommen in ihrem Element. Kein Zögern, kein Umschauen. Einfach Meer. In diesem Moment dachte ich: Das ist Freiheit. Und gleichzeitig habe ich mir die Frage gestellt: Wie lang hat es gedauert, bis dieser Anblick normalisiert war? Ich mein ich kenne es selber: Ich bin mit meinem Van 2022 das erste Mal alleine durch Europa gefahren und wurde super oft verwirrt angeschaut: Alleine? Mit dem Van? Als Frau? Ähnlich muss es den ersten Surferinnen ergangen sein. Ich war neugierig und habe mal recherchiert. 

Frauen surfen – eine Geschichte, die oft vergessen wird

Wenn wir über surfende Frauen sprechen, müssen wir weit zurückgehen. Viel weiter, als die meisten denken. Schon im alten Hawaii surften Frauen gleichberechtigt neben Männern – Surfen war Teil der Kultur, kein reiner Männersport. Erst die westliche Kolonialisierung brachte die Trennung. Das ist kein kleiner Fußnotenhinweis, das ist der Kern der ganzen Geschichte: Frauen surfen nicht erst seit gestern. Sie wurden aus einer Kultur verdrängt, die ihnen von Anfang an gehörte.

Im 20. Jahrhundert kämpften sich Frauen langsam zurück. Duke Kahanamoku, der als Vater des modernen Surfens gilt, hatte eine Zeitgenossin, die kaum jemand kennt: Isabel Letham, die 1915 bei einer Tandem-Surfvorführung in Australien mitmachte – und nie wieder aufhörte. Sie war eine der ersten modernen Surferinnen überhaupt.

Female Surfer zwischen Bikini-Covers und Weltmeistertiteln

Die Jahrzehnte danach erzählen eine Geschichte voller Widersprüche. Surferinnen wie Marge Calhoun, die 1958 die Makaha Championships gewann, oder Linda Benson, die mit gerade mal 15 Jahren als erste Frau überhaupt die Monsterwellen von Waimea Bay ritt – sie wurden bewundert, aber selten ernst genommen. Medien interessierten sich mehr für den Bikini als für das Können.

Dann kamen Frauen wie Rell Sunn, die in Hawaii nicht nur surften, sondern Gemeinschaft aufbauten. Und Lisa Andersen, die in den Neunzigern mit Thrasher-Cover und vier aufeinanderfolgenden Weltmeistertiteln bewies, dass Stil und Stärke keine Gegensätze sind. Der Satz – "Lisa Andersen surfs better than you" – auf einem Surfmagazin-Cover war mehr als Marketing. Es war eine Ansage.

Heute sind Namen wie Carissa Moore, Stephanie Gilmore und Tatiana Weston-Webb in der Surfwelt unübersehbar. Moore wurde 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio erste Olympiasiegerin im Surfen – ein historischer Moment für die gesamte Surfkultur.

Gleichberechtigung im Surfen – was sich verändert hat

Lange erhielten Frauen bei Wettkämpfen deutlich weniger Preisgeld als Männer. Die World Surf League änderte das 2019 und führte gleiches Preisgeld für alle ein – als erste US-amerikanische Sportliga und eine der ersten weltweit. Das war ein echtes Zeichen. Kein symbolisches, sondern ein strukturelles.

Was sich außerdem verändert hat:

  • Mehr Sichtbarkeit in Medien und auf Social Media – Female Surfer erzählen ihre eigenen Geschichten
  • Wachsende Communities, Surf-Retreats und Mentoring-Programme speziell für Frauen
  • Ausrüstung, die endlich für weibliche Körper entwickelt wird – nicht nur in "pink" gefärbt
  • Olympisches Surfen als Bühne für Gleichberechtigung im Surfen 

Was bleibt noch zu tun?

Ehrlichkeit gehört dazu: Es gibt noch immer Line-ups, in denen Frauen sich durchsetzen müssen. Noch immer weniger Medienminuten, weniger Sponsoring-Budgets. Besonders Frauen of Color und ältere Surferinnen sind in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. Und in vielen Surfregionen weltweit ist das Meer für Frauen noch lange kein selbstverständlicher Raum.

Aber – und das ist mir wichtig – die Bewegung ist real. Initiativen wie Surf Like a Girl oder lokale Surfschulen, die gezielt Frauen ansprechen, verändern etwas. Nicht laut, aber nachhaltig. Das erinnert mich übrigens daran, warum ich so gerne über das Meer schreibe: weil es heilend ist, in jeder Form. Wenn du das auch spürst, lies unbedingt meinen Artikel über Surfen als Therapie – Wellen als Weg zur inneren Balance. Da geht es genau darum.

Frauen im Meer – mehr als ein Trend

Wenn ich heute am Strand stehe und Frauen beim Surfen zusehe – jung, älter, Anfängerinnen, Profis – dann sehe ich keine Ausnahmeerscheinung mehr. Ich sehe etwas, das immer da war und sich seinen Platz gerade laut und leise zurückholt. Das ist keine Bewegung von gestern und kein Hype von heute. Das ist schlicht: Normal.

Du surfst, willst es lernen oder liebst einfach das Meer? Dann bist du hier genau richtig. Bei Fräulein Mo dreht sich alles ums Meer – und um die Menschen, die es lieben. Schau dich um, lass dich inspirieren, und wenn du einen Schmuck suchst, der deine Verbindung zum Ozean trägt, findest du ihn hier. 🌊

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